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Karte des Monats

Karte des Monats Dezember 2017

 

Rügen Wiek Kirche mit Glockenturm

 

Die Ansichtskarte „Rügen Wiek Kirche mit Glockenturm“ aus dem Verlag Zobler & Wilde Rügenverlag Sassnitz a. R. mit der Nummerierung  Nr.178 aus der Sammlung von Günther Hunger zeigt eine der größten Hallenkirchen der Insel. Diese gotische Hallenkirche mit kleinem Dachreiter wurde um 1400 bis 1450 erbaut und gehört zu den wertvollsten Baudenkmälern der norddeutschen Backsteingotik auf Rügen.

Die heutige evangelische Pfarrkirche St. Georg zu Wiek entstand in mehreren Bauabschnitten. Im ersten Abschnitt entstand der Chor und die Sakristei und später folgte das kreuzgratgewölbte Langhaus. Sehenswert sind der große, dekorative Westgiebel und die reichgegliederten Längsseiten.

Das hohe Reiterstandbild „Ritter Georg zu Pferde“, einmalig im norddeutschen Raum, wurde im Inneren um 1500 aufgestellt. Heute befindet es sich in einer Seitenkapelle. Es ist dem Heiligen Georg, dem Schutzpatron der Seefahrer und Reisenden, gewidmet. Im 16. Jahrhundert wurde der Kirchturm zerstört und man errichtete um das Jahr 1600 den freistehenden holzverkleideten Glockenstuhl neben der Kirche. Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche einen barocken Altar, der von Michael Müller geschaffen wurde. Auch der hölzerne Taufständer sowie einer der beiden Beichtstühle stammen aus dieser Zeit. Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche einen barocken Altar.  Im Jahre 1787 wurde östlich der Priesterpforte eine Gruft angebaut. 1826 erhielt die Kirche eine Kanzel, ein Gestühl und Emporen und ebenfalls im Jahr 1826 wurde die Orgel von dem Stettiner Orgelbauer August Wilhelm Grüneberg erbaut.1875 wurde das Instrument von Friedrich Albert Mehmel um das zweite Manual erweitert. Die historische Grüneberg-Mehmel Orgel ist 2011 restauriert worden und seitdem wieder im Einsatz. Im Jahre 1787 wurde östlich der Priesterpforte eine Gruft angebaut. Auf dem Kirchhof befinden sich ein Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges sowie mehrere Grabsteine.

 

 

 

Rügen Wiek Kirche mit Glockenturm

 

 

 

Karte des Monats November 2017

 

Strand bei Lohme

 

Auf der Karte „Strand bei Lohme“ aus der Sammlung von Günther Hunger aus Oschatz sind gleich zwei Verlage vermerkt, der Kunstverlag von Edwin Gauge in Bergen und „Autochrom“ Louis Glaser aus Leipzig. Autochrom ist ein um 1900 entwickeltes Druckverfahren zur Herstellung von Farbdrucken und damit war es möglich, diese farbige Karte, die 1904 gelaufen ist,  so zu drucken und damit eine der ersten Autochrom-Karten von Lohme herzustellen.

Die Karte ist ein Zeugnis aus der Lohmer Bädertradition mit sehr vielen interessanten Details. Hölzerne Badeanstalten auf Stelzen über dem Steinstrand führten 1855 zur offiziellen Anerkennung des Ortes als erstes Seebad auf Rügen. Seit 1884 ist Lohme ein Kur- und Badeort.

Der Name des Ortes leitet sich ab aus dem altslawischen Wort lome, das Bruch, Wind- oder Steinbruch bedeutet.

Lohme, das jahrhundertealte ehemalige Fischerdorf, hat eine über 750-jährige Geschichte und thront über den Abhängen einer 50 bis 70 Meter hohen Steilküste im nördlichen Teil der Halbinsel Jasmund, von wo sich ein traumhafter Blick bis auf das Kap Arkona bietet.

Bis zum 1. Weltkrieg war Lohme fest im Kreise der Seebäder auf der Insel etabliert. Ein Herrenbad in der Nähe des noch heute existierenden Schwanensteins und ein Damenbad in Richtung Blandow waren die Reiseziele der Urlauber. Eine Treppe mit rund 200 Stufen führt zum 1906 angelegten Hafen.

Nach 1945 sank das älteste Seebad auf Deutschlands größter Insel  in einen Dornröschenschlaf. Heute lassen sich die Gäste wieder zahlreich von den Reizen der Insel Rügen und von Lohme beeindrucken und erleben das mediterrane Flair mit dem romantischen Ostseeufer und die grandiose Naturlandschaft abseits der großen Ostseebäder.

Eine Bemerkung nicht nur am Rande, das alte Fischerdorf wurde auch vom Romantiker Caspar David Friedrich sehr verehrt.

 

Strand bei Lohme

 

 

 

Karte des Monats Oktober 2017

 

Bergen

 

Der Verlag Edwin Gauge aus Bergen a. R. vereint auf dieser Karte von 1903 das Porträt vom Dichter und Historiker Ernst Moriz Arndt und die Abbildung des Arndtthurmes.

Ernst Moritz Arndt, geboren am 26. Dezember 1769 in Groß-Schoritz auf Rügen und verstorben am 29. Januar 1860 in Bonn, war ein deutscher Schriftsteller, Historiker, Freiheitskämpfer und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung.

Er widmete sich hauptsächlich der Mobilisierung gegen die Besetzung Deutschlands durch Napoleon. Zu Lebzeiten wurde Arndt hoch verehrt und gefeiert, seine Schriften führten zur Gründung patriotischer Vereinigungen.

Der Rugard ist mit 91 Metern über NN die höchste Erhebung im Kernbereich der Ostseeinsel Rügen. Auf dieser Erhebung im slawischen Burgwall befindet sich der 26,7 Meter hohe Ernst-Moritz-Arndt-Turm mit dem heute markanten Glaskuppeldach.

Dieser Turm wurde zum Andenken an Rügens bekanntesten Dichter und Historiker erbaut. Die Grundsteinlegung erfolgte am 26. Dezember 1869, anlässlich des 100. Geburtstages des Dichters. Im Herbst 1872 begann der Bau nach einem Entwurf des Berliner Architekten Hermann Egger, konnte aber wegen Geldmangels erst 1877 vollendet werden.

Den hier zwischen 1935 und 1937 erbauten  nationalsozialistischen Thingplatz nutzte vor allem die Hitlerjugend. 1944 wurde die einst geziegelte Kuppel entfernt und eine Flakstellung montiert. Von 1945 bis 1953 nutzte die Rote Armee diesen Turm.

1955 wurde die Plattform abgerissen und durch eine neue Holzkuppel ersetzt.

Für Besucher  ist dieser Turm seit dem 125. Jahrestag der Erbauung wieder zugänglich.

Der Turm bietet drei Aussichtsmöglichkeiten in unterschiedlichen Höhen mit einem Ausblick über die Insel. Er gilt als Wahrzeichen der Stadt Bergen und darf deshalb auf keiner Ansichtskarte fehlen.  Einheimischen und Gästen dient er als Aussichtsturm und ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Im Jahre 1999 beschloss die Stadtverordnung der Stadt Bergen auf Rügen, den Turm  zu sanieren und den ursprünglich möglichen Rundumblick durch den Bau einer gläsernen Kuppel wieder zu ermöglichen. Von 2000 bis 2002 erfolgte die Sanierung mit Gesamtkosten von etwa 1,1 Millionen DM.

 

Bergen

 

 

 

 

Karte des Monats September 2017

 

Bobbin a. Rügen Kirche

 

Die Karte des Monats September 2017  „Bobbin a. Rügen Kirche“ aus dem Verlag Hans Schmiedicke (VOB) Kunstverlag Markkleeberg-Leipzig mit der Nummerierung III/18/117L23/63 wurde 1963 versendet.

Die weithin sichtbare spätgotische St.-Pauli-Kirche in Bobbin ist eine von 46 Kirchen auf der Insel mit einer erwähnenswerten Besonderheit – sie ist die einzige Feldsteinkirche auf der Ostseeinsel.. Der Name der Kirche leitet sich von Apostel Paulus ab.

Die jetzige Kirche wurde um 1400 fertiggestellt und umfasste das Schiff mit Chor und Sakristei.  Der Turm kam um 1500 hinzu, im 16. Jahrhundert wurde an der Südseite des Chores das Leichenhaus angelegt und im 17. Jahrhundert der Aufgang zur Patronatsloge ausgebaut.

Die letzte Renovierung des Kircheninnern, bei der die Flachdecke erneuert wurde, erfolgte 1954/55. 1971 wurde das ursprünglich mit Schiefer gedeckte Dach renoviert und zeigt sich heute mit roten Dachziegeln.

Im 15. und 16. Jahrhundert war die Kirche St. Pauli eine der Rügener Wallfahrtskirchen.

Im Eingangsbereich der Kirche sieht man eine Schranktruhe aus dem Jahre 1600, welche heute als Opfertruhe genutzt wird.

Im Mittelgang des Kirchenschiffes befinden sich noch die Grabplatten der "Mechtild von Jasmund“ und ihres Sohnes „Hermann von Jasmund" aus dem Jahr 1440 sowie zwei Grabplatten von "Balthasar von Jasmund" und seinen jung verstorbenen Kindern aus dem Jahr 1618.

Der Taufstein ist das älteste Stück der Kirche und stammt vermutlich aus dem Jahr 1300.

Der Altaraufsatz aus dem Jahr 1668 zeigt wie viele Altäre drei Motive aus dem Leben von Jesu Christi.

Das Gestühl aus dem 19. Jahrhundert und die Buchholz-Orgel von 1842 runden das Bild im Inneren ab.

Das Geläut der St. Pauli-Kirche wurde im Jahr 2002 erneuert. Die im Jahr 1649 von Wrangel gestiftete Glocke wurde restauriert und die beiden 1929 angeschafften Stahlglocken durch neue Bronzeglocken ersetzt.

Auf dem Friedhof befindet sich auch ein Gruftbau aus dem Jahre 1782 und 56 erhaltene Grabwangen aus den Jahren 1755 bis 1884.

 

Bobbin a. Rügen Kirche

 

 

 

Karte des Monats August 2017

 

Fischerhütten bei Lobbe

 

Aus dem Verlag Nenke & Ostermaier Dresden stammt diese  Karte (Serie 158 mit der Nummerierung 2878) und gehört zur Sammlung  von Günther Hunger in Oschatz.

Lobbe,  dieses  kleine Fischerdorf, welches zur Gemeinde Middelhagen gehört, wurde im Jahr 1276 mit  "terminus Lobbe" als Grenzort des Mönchgut erstmals erwähnt.

Die Fischer und Bauern hatten seit dem 17. Jahrhundert die Verpflichtung, die Schiffe nach Stralsund und Greifswald oder zurück auf die Ostsee zu lotsen. Im 19. Jahrhundert hatte sich das Lotsenwesen auf der Halbinsel Mönchgut so weit entwickelt, dass die Lotsen von der Regierung angestellt wurden.

Das  Post- und Ansichtskarten-Museum –„ Rügen - Unsere Trauminsel“ zeigt mehrere Karten aus dem Verlag Nenke & Ostermaier Dresden und diese haben einen besonderen Reiz.

Um 1900 war dieser Verlag einer der führendsten auf dem Gebiet der botanischen Fotografie. Das Engagement von Josef Ostermaier (1864-1927) für Natur und Umwelt bestimmte seine gesamte Tätigkeit auch als Fotograf. Dabei erlangte er international hohe Anerkennung sowie viele Ehrungen, u.a. auch 1909 die Goldene Medaille der wissenschaftlichen Abteilung bei der Internationalen Photographischen Ausstellung in Dresden. Die Karten zeigen ein Stück deutscher Heimat in dieser Zeit, Heimat als Seelenlandschaft zur Kaiserzeit in Deutschland, wunderbare farbenprächtige Landschaften von Rügen bis in die Sächsische Schweiz sowie einmalige Motive ehemaliger Arbeit in der Landwirtschaft auf dem Bauernhof und bei den Fischern auf Rügen.

Der Verlag bestand von 1894 bis 1964 in Dresden und stellte bis 1933  Ansichtskarten in Photochromie her. Eine Bombe zerstörte 1945 das Produktionsgebäude sowie die Maschinen und das Archiv.  Von 1945 bis 1964 wurden im Verlag selbst keine Druckerzeugnisse mehr hergestellt

Tausende Postkarten zeigen eine große bezaubernde Idylle und sind heute begehrte Sammelobjekte bei den Philokartisten.

Nenke & Ostermaier verkauften ihre Postkarten nicht einzeln, sondern in Serien für Sammler und natürlich an Vielschreiber.

 

 

2878 Fischerhütten bei Lobbe

 

 

 

Karte des Monats Juli 2017


Seebad  Altefähr a. Rügen

 

 

Altefähr, erstmals um 1240 erwähnt,  ist der erste Ort, den man von Stralsund aus am Ufer des Strelasunds auf der Insel Rügen erreicht. Die Ansichtskarte von 1919 aus dem Verlag von Herrman Gerson aus Stralsund stammt aus der Sammlung von Günther Hunger und zeigt die beiden Badeanstalten am Strand mit Blick nach Stralsund.

Vermutlich waren die beiden Badeanstalten für Herren- und Damenbäder  rund 100 Meter vom Ufer entfernt bereits um 1880 auf Pfählen errichtet worden.

Sie bestanden aus vielen Umkleidekabinen und einem  weiteren Steg in Richtung Strelasund, um dort ins Wasser der Ostsee zu tauchen.

Altefähr mit seinen damals 900 Einwohnern war zu dieser Zeit konkurrenzfähig u.a. mit den Badeorten in Binz, Lauterbach und Sassnitz.  Man besuchte das Seebad Altefähr, um dort in den bereits 1863 erwähnten Anlagen, dem Kurhaus  und am Strand beim Promenieren die neueste Mode zu zeigen.  Nur ein Teil der Gäste nutzte die Badeanstalt und nahm ein kurzes Bad in der kühlen Ostsee.

Ab 1920  änderte sich so manches,  man sonnte sich nun im Strandkorb und tummelte sich längere Zeit im Wasser. Bis zum Bau des  Rügendammes 1936 erlebte Altefähr eine Blütezeit als Bade- und Naherholungsort.

Nach dem 2. Weltkrieg,  im kalten Winter 1945/46, gab es in Altefähr wie in ganz Deutschland viel  furchtbares Elend. Die Altefährer und hunderte Flüchtlinge hungerten, froren und starben an Typhus oder körperlicher Schwäche.

Die gesamte Badeanstalt wurde abgerissen. Bretter wurden zu Särgen verarbeitet  und das Holz verheizt, um etwas Wärme in den Räumen zu haben.

Seebad Altefähr-Rügen, vis-a´-vis Stralsund, die „Badewanne“ vor den Toren  der Hansestadt Stralsund verlor damit zwei wunderbare Bauwerke der Bäderkultur.

Was bleibt, das sind die Ansichtskarten von damals, um 1919, in Schwarz-weiß und koloriert  aus dem Verlag von Hermann Gerson.

 

Ostseebad Altefähr a. Rügen

 

 

 

Karte des Monats Juni  2017

 

 

Gruss aus Vilmnitz-Rügen

 

Die Ansichtskarte „Gruss aus Vilmnitz-RügenKirche, erbaut im 11.Jahrhundert“ vom Verlag und Fotografen Jos. Van Aaken aus Putbus von 1909 zeigt eine der 46 historischen Kirchen der Insel Rügen.

Die ältesten Baudenkmale der Insel Rügen sind die in allen Gebieten der Insel verbreiteten Kirchen. Teilweise stammen sie noch aus der Christianisierung am Ende des 12. und des 13. Jahrhunderts.

Die St. Maria Magdalena Backsteinkirche zu Vilmnitz ist im spätromanischen und gotischen Stil erbaut. Die Kirche wurde erstmals im Mai 1249 urkundlich erwähnt. Vermutlich ist die Kirche auf Stoislaw I., einen Bruder des Rügen-Fürsten Jaromar I., zurückzuführen, der um 1200 lebte. Der älteste Teil der Vilmnitzer Kirche ist der Ostchor mit der Sakristei, die noch deutliche romanische Elemente aufweist, also aus der Zeit vor 1300 stammt. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte gab es immer wieder Erweiterungsbauten. In der Kirche wurde für die Familie zu Putbus eine Familiengruft für 28 Familienmitglieder eingerichtet.  

Unter dem Chor liegt das Gruftgewölbe, das von einer durch eine Falltür verdeckten Treppe aus zugänglich ist. In der Gruft befinden sich insgesamt 27 Särge, 13 aus Holz und 14 aus Zinn oder Zink.

Um 1708 entstanden die reichgeschmückte Kanzel und der Beichtstuhl für die Kirche.

Aus dem 19. Jahrhundert stammen die 84 Grabstelen und die 12 gußeisernen Grabkreuze auf dem alten Friedhof.

Der kleine Ort Vilmnitz, der heute etwa 200 Einwohner zählt, wurde erstmalig im 13. Jahrhundert in verschiedenen Urkunden erwähnt. Es gibt Dokumente von 1396, die dokumentieren, dass Vilmnitz der Familie Putbus gehört. 1443 kaufte ein Alf Greverode sowohl das Gut Vilmnitz als auch den Ort. Allerdings kaufte die Familie Putbus beides nach und nach wieder zurück.

Vilmnitz liegt nur etwa einen Kilometer vom Bodden entfernt und innerhalb weniger Minuten erreicht man die Stadt Putbus.

 

Vilmnitz 1909

 

 

 

 

 

Karte des Monats Mai 2017

 

Vitte-Insel Hiddensee

 

Die Ansichtskarte von „Vitte-Insel Hiddensee“ zeigt das Heim „Deutsches Haus“ vom Feriendienst der Gewerkschaften, dem FDGB. Es ist ein Foto als Handabzug von Foto Herold aus Neukirch in der Lausitz. Diese Karte ist leider nicht gelaufen und damit ist kein Datum überliefert.

Die Insel Hiddensee mit einer Fläche von 19,03 Quadratkilometern ist 16,8 Kilometer lang, misst an der breitesten Stelle 3,7 Kilometerund an der schmalsten Stelle nur etwa 250 Meter.

Vitte wurde erstmals 1513 urkundlich erwähnt und ist der Hauptort und zugleich der größte und zentrale Ort der Insel Hiddensee.

Die Insel Hiddensee verzaubert mit ihrem ganz eigenen Charme, denn hier bewegt man sich zu Fuß, per Rad oder mit der Pferdekutsche fort, nachdem man die Überfahrt per Schiff gemeistert hat. Hier gibt es noch die einzige bewohnte Insel ohne eine Brückenverbindung zum Festland.

Der Weststrand von Hiddensee lockt mit feinstem Sand zum Baderlebnis in der Ostsee oder zu einer Wanderung am 13 Kilometer langen Strand.

Seit über 100 Jahren ist der 28 Meter hohe Leuchtturm im Hochland von Kloster das Wahrzeichen der Insel.

Rund 1.000 Einwohner leben heute  in den vier Orten Kloster, Grieben, Vitte und Neuendorf. Die Natur bestimmt das Leben der Menschen und ist zugleich Magnet für rund 50.000 Touristen, die die Insel pro Jahr besuchen.

Zu DDR-Zeiten gab es in den 1980er Jahren auf Hiddensee bis zu 2.000 offizielle Gästebetten, rund 1000 weniger als heute. Die Urlauber übernachteten in offiziellen Ferienheimen wie dem "Erholungsheim Zur Ostsee" in Vitte oder bei vielen privaten Vermietern , die über die Gewerkschaft, den FDGB, die Zimmer vermieteten.

Gehen auch Sie auf der Seite „Hiddensee“ auf eine Entdeckungsreise per Post-und Ansichtskarte und damit auf eine Spurensuche in die Vergangenheit.

 

Vitte-Insel Hiddensee

 

 

 

Karte des Monats April 2017

 

Lietzow a. Rügen

 

Von der schmalsten Stelle zwischen dem Großen Jasmunder Bodden und dem Kleinen Jasmunder Bodden stammt die Karte des Monats April aus dem Verlag Geyer & Co. Breslau mit der Nummerierung 2389.

Wer kennt nicht diesen Blick über den Großen Jasmunder Bodden zum "Schlösschen Lichtenstein"?

Bereits 1868 wurde der Straßendamm gebaut und 1891 folgte dann der Eisenbahndamm für die Strecken Stralsund - Sassnitz bzw.  Lietzow - Binz.

Nach dem Bau der Bahnstrecke über den Lietzow-Damm ließ sich der Baumeister und Eisenbahntechniker Bopp eine Villa erbauen, das Schlösschen Lichtenstein.

Das Gebäude, ein zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach und einem runden fünfgeschossigen Turm, wurde zunächst als "Villa am Dorf" und seit 1896 als "Schlösschen Lichtenstein" bezeichnet.

 Das "Schlösschen Lichtenstein" ist die Kopie eines Schlosses aus der Nähe von Reutlingen. Das Schloss wird auch heute als Wohnhaus genutzt, nachdem es in den letzten Jahren aufwendig renoviert wurde. Inzwischen erstrahlt es wieder in altem Glanz und grüßt die Urlauber schon von weiten auf der B96.

Der kleine Ort war bis 1326 Teil des Fürstentums Rügen und danach des Herzogtums Pommern.

Ab 1815 kam Lietzow als Teil von Neuvorpommern zur preußischen Provinz Pommern. Heute gehören die 260 Bürger zum Landkreis Vorpommern - Rügen.

 

Lietzow a.R.

 

 

 

Karte des Monats  März 2017

 

Altenkirchen Kirche

 

Bekannt ist die Pfarrkirche in Altenkirchen, die dem Ort den Namen gab, auch durch die vielen Ansichtskarten. Die abgebildete Karte ist ein Lichtdruck von Trau & Schwab Dresden mit der Nummerierung 1346 aus der Sammlung  von Günther Hunger aus Oschatz in Sachsen.

Die ab 1200 erbaute romanische, dreischiffige Pfarrkirche in Altenkirchen ist die älteste Dorfkirche der Insel Rügen und zeigt noch im Chor, der Apsis, und dem Triumphbogen Teile aus der Zeit der Romanik. Im 14. Jahrhundert gotisch überformt, verfügt die Kirche mit dem Taufstein aus dem frühen 13. Jahrhundert über eine der ältesten und wertvollsten Tauffünten der Insel. Bemerkenswert ist die mittelalterliche Ausmalung mit Tiersymbolen. Eine Besonderheit ist der sogenannte Svantevitstein, ein quer eingemauerter Bildstein, der vermutlich der Grabstein eines Svantevitpriesters oder der Grabstein des ersten christlichen Wittower Fürstens Tetzlaff ist. Der Altar und der Pultengel der Kirche stammen aus der Werkstatt von Elias Keßler, dem wohl bedeutendsten pommerschen Bildhauer der Barockzeit. Die Orgel mit dem Barockgehäuse von 1750 ist ein Orgelneubau der Firma Böhm aus dem Jahr 1971. Der freistehende, hölzerne Glockenstuhl im Kirchhof stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Der Friedhof mit Portal, hier die Rückseite, hat ebenfalls seine Sehenswürdigkeiten. Unter den vorhandenen alten Grabwangen befindet sich das Grab des Dichters, Pastors und Professors Ludwig Gotthard Kosegarten (1758-1818). Nach seiner Ordination 1792 erhielt er die Pfarrstelle in dieser Pfarrkirche auf Rügen. Er sprach als Pfarrer auch die berühmten Uferpredigten auf den Klippen bei Vitt. Hier ging er zu Heringsfischern, die während der Zeit des Heringsfangs aufgrund ihrer Arbeit nicht nach  Altenkirchen in die Kirche kommen konnten. Diese Predigten waren ein großer Erfolg, weshalb ab 1806 die Vitter Kapelle errichtet wurde. 1808 wurde Kosegarten als außerordentlicher Geschichtsprofessor an die Universität Greifswald berufen und war danach zweimal Rektor der Universität.

Weitere Ansichtskarten von der Pfarrkirche finden Sie auf der Seite von Altenkirchen.

 

Altenkirchen Kirche

 

 

Karte des Monats Februar 2017

 

Sassnitz 1897

Die Hafenstadt Sassnitz erhielt 1957 das Stadtrecht und feiert 2017 60 Jahre Stadt Sassnitz. Damit gehört dieser Ort zu den jüngsten Städten in Mecklenburg-Vorpommern. Die Stadt Sassnitz , mal mit ß, mal mit doppel s, wurde bis zum 2. Februar 1993 als Saßnitz geschrieben und liegt auf der Halbinsel Jasmund. Die Karte des Monats "Gruss aus Sassnitz" von 1897 aus dem Verlag Römmler & Jonas Dresden zeigt den Blick über Sassnitz von vor 120 Jahren.

Eine wechselvolle Geschichte prägte diesen Ort auf der Insel Rügen.

Das ehemalige Bauern- und Fischerdörfchen Crampas und das Fischerdorf Sassnitz wurden erst 1906 zur Gemeinde Sassnitz zusammengeführt. Im 19. Jahrhundert wurden aus strohgedeckten Fischerhäusern durch mehrfache Umbauten kleine Pensionen mit kunstvoll verzierten Holzbalkons. Sie bilden damit ein besonderes Merkmal der Bäderarchitektur in Sassnitz und auf der gesamten Ostseeinsel.

Ab 1891 wurde der Ort mit der Bahnverbindung von Bergen aus an das Eisenbahnnetz angeschlossen und es gab sofort Bestrebungen, den Verkehr über Rügen hinaus in Richtung Schweden weiterzuführen.

Am Ende des 19.Jahrhunderts beschloss das kaiserliche-preußische Seefahrtsamt, auf Rügen einen großen Fischerei- und Fährhafen zu bauen.

Die Wahl fiel auf die damals kleine Gemeinde Sassnitz-Crampas und somit stand dem Aufstieg Sassnitz‘ zur größten Hafenstadt Rügens nichts mehr im Wege. Der Bahnhof Sassnitz-Hafen war der nordöstliche Endpunkt der Bahnstrecke Stralsund - Sassnitz und als Fährbahnhof zwischen 1897 und 1998 der Ausgangspunkt der Fährverbindung Sassnitz–Trelleborg.

Ab 1949 wurde das VEB Fischkombinat am Hafen errichtet und beschäftigte bis zu 2200 Arbeiter. Mit dem Betriebsteil Lauterbach wurde es zum zweitgrößten Nahrungsgüterwerk der DDR. Im Jahr 1977 wurden 150.000 Tonnen Fischkonserven, 3000 Tonnen Präserven und 500 Tonnen Räucherwaren hergestellt und die Fischfangflotte von Sassnitz hatte 48 Kutter, die 26 Meter lang waren, 15 Frosttrawler und 2 Kühl- und Transportschiffe. Sie landeten jährlich über 60.000 Tonnen Fisch an.

Zu Sassnitz gehört aber auch die Kreide-Produktion und was wäre Sassnitz ohne Kreide? Bereits im Jahr 1935 erhielt die Stadt Sassnitz den Titel „Kreideheilbad“.

"Nach Rügen reisen, heißt nach Sassnitz reisen“, schrieb schon damals Theodor Fontane in seinem Roman „Effi Briest“. Also besuchen auch Sie mal wieder Sassnitz oder die Seite von Sassnitz in diesem Post- und Ansichtskarten-Museum.

 

Sasnitz 1897

 

 

Karte des Monats Januar 2017

Winter und Zerstörung

Diese Fotokarte mit einer zerstörten Landungsbrücke und ganz viel Schnee und Eis wurde am 12. März 1912 von der Familie Jahn von Göhren nach Magdeburg an den Kaufmann Scholz gesendet.

Im Text auf der Karte ist von einer Ansicht der gebrochenen Thiessower Landungsbrücke die Rede. Leider gibt es dazu keine weiteren Informationen auf dieser Ansichtskarte, weder einen Verlag noch die Nennung des Fotografen und auch keine konkrete Ortsangabe. Es wird nicht erwähnt, um welche Landungsbrücke es sich genau handelt und es fehlt leider auch die Angabe, wann die Zerstörung war.

Im Jahr 1911 gab es von Weihnachten bis zum Jahreswechsel heftige Stürme. Nach einem sehr milden Winteranfang folgten im Januar 1912 starke Schneefälle mit Behinderungen. Der Februar war von starker Kälte gekennzeichnet und erstmals seit 20 Jahren war in Hamburg die Binnenalster zugefroren.

Da Winteransichten von der Insel Rügen sehr selten sind, sollte diese Karte von 1912 unbedingt etwas mehr Beachtung finden und dadurch ergibt sich vielleicht auch die Möglichkeit, weitere Informationen über Ereignisse und Besonderheiten zu erhalten.

Heimatforscher, Archive und Museen könnten so die entsprechenden Fakten und Hinweise zu diesem Motiv und dem Fotografen ergänzen.

Der Winter auf Rügen bietet die Zeit, sich mit der Inselhistorie ausführlicher zu befassen.

In der kalten Jahreszeit hat Deutschlands größte Insel ihre besonderen Reize – um diese Jahreszeit ist der Erholungseffekt deutlich größer, weil einfach alles ruhiger und entspannter ist als zur Hauptreisezeit im Sommer, wenn das Eiland von den vielen Urlaubern bevölkert ist.

 

Winter und Zerstörung

 

 

 

 

 

Karte des Monats Dezember 2016

 

Saßnitz auf Rügen -  Blick über den Hafen mit Mole und Seebrücke

 

 

Die längste Außenmole Europas mit einer Länge von 1450 Meter befindet sich in Sassnitz auf Rügen. Die Ansichtskarte "Saßnitz auf Rügen -  Blick über den Hafen mit Mole und Seebrücke" aus dem Verlag  Julius Simonsen Kunstverlag Oldenburg mit der Nummerierung Nr. 13145 zeigt die Außenmole im Jahr 1914.

Die erste Sassnitzer Mole, damals 380 Meter lang,  wurde im Jahre 1889 zum Schutz des damals entstehenden Fischereihafens fertiggestellt. Sie war nicht direkt mit dem Land verbunden. Man hatte beim Bau eine über 80 Meter breite Öffnung gelassen,  über die als Verbindung eine hölzerne Brücke führte. Die Öffnung sollte dazu dienen, die sich von Osten her bewegenden Feuersteine durch den Hafen wandern zu lassen. Bei einer landfesten Mole befürchtete man damals, dass die Feuersteine sich entlang der Mole bewegen, sich in der Hafeneinfahrt ablagern und so die Hafeneinfahrt verflachen würden. Die Mole bestand aus gegeneinander verankerte Pfahlwände, zwischen die Steine geschüttet wurden. Auf diese Steinschüttung wurde das Molenmauerwerk mit Betonkernen gesetzt und seeseitig wurde eine 1,30 Meter hohe Brüstungsmauer errichtet.

Bis 1900 wurde die verbliebene Landöffnung, die sich bei Stürmen aus östlicher Richtung als nachteilig erwies, geschlossen und die Mole in westliche Richtung auf 1000 Meter verlängert und war somit direkt vom Land aus zugänglich. Im Jahr 1903 errichtete man am Molenkopf auf einem drei Meter hohen Podest am Ende des Molenkopfes den 12 Meter hohen Leuchtturm.

 Mit der Entstehung des Eisenbahnfährverkehres genügte die Länge der Mole nicht mehr.  Von 1910 bis 1912 erfolgte weiter nach Westen eine Erweiterung auf die endgültige Länge von 1450 Meter. Die Gesamtkosten beliefen sich damals auf etwa 7 Millionen Mark. Die Sassnitzer Mole war und ist die längste Außenmole Europas.  Im schweren Winter von 1978 zu 1979 wurde die Sassnitzer Mole stark beschädigt und war lange Jahre für den Besucherverkehr gesperrt. Heute können Sie sich wieder ganz entspannt bis zum Sassnitzer Leuchtturm laufen. Die Hafenatmosphäre mit den Fahrgastschiffen, den Fischerbooten, kleinen und großen Jachten sowie der großen Fähren und dem Geruch des Meeres, machen einen Spaziergang auf der Mole zu jeder Jahreszeit zu einem besonderen Erlebnis in Sassnitz.

 

 

Saßnitz auf Rügen -  Blick über den Hafen mit Mole und Seebrücke

 

 

 

Karte des Monats November 2016

 

Baabe Inselparadies

 

Das Inselparadies von Baabe auf Rügen, hier auf einer Echt Foto Ansichtskarte vom Herausgeber Fotospezialhaus Knospe in Sellin, erbaut im Jahre 1966,  wurde schnell zu einem der meist besuchten Lokale auf der Insel Rügen. Es gehört zu den bekanntesten Bauten, die der berühmte Rügener Architekt Ullrich Müther (Juli 1934 - August 2007) als Restaurant gebaut hat. Diese Hyper- Schalenbauweise war in den späten 60er und frühen 70er Jahren ein bevorzugter  Baustil sowohl in der DDR als auch im Ausland. Ullrich Müther kann auf mehr  als 50 Schalen-Bauwerke verweisen.

Zu DDR-Zeiten war das Inselparadies lange Zeit als Restaurant ein bekanntes Ausflugsziel  in Baabe. Die riesigen Panoramafenster boten einen einmaligen Blick auf das Strandleben des Ostseebades Baabe. Hier konnten die Gäste u.a. einen Schwedeneisbecher  mit Meeresblick genießen und dabei von Schweden träumen. Bis zur Wende wurde das Inselparadies auch als Veranstaltungsort genutzt. Pro Abend zählte das Inselparadies Baabe in den frühen 90erJahren über  600 Gäste.  Bis zum Jahre 1993 wurde das Inselparadies Baabe als Disko genutzt. Dann erfolgte die Stilllegung.  50 Jahre sind seit der Eröffnung vergangen und  trotz der Sanierung im Jahr 2014 ist der unter Denkmalschutz stehende  Müther-Bau verschlossen und wartet auf einen Investor und einen Betreiber der Lokalität. Man darf also gespannt sein, wann und wie sich das neue Inselparadies Baabe seinen Gästen einmal wieder präsentieren wird.


Da sieht es im Photohaus Knospe in Sellin seit 1903 viel besser aus. In der 5.Generation werden hier noch heute  zahlreiche Ansichtskarten hergestellt. Hans Knospe, der Gründer und erster Ehrenbürger von Sellin, hinterließ mit seinem fotografischen Schaffen ein  Lebenswerk, ein Archiv mit Zeitzeugnissen in Form von tausenden Fotos aus den frühen Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Und hier im Museum  finden Sie aus der Sammlung von Günther Hunger zahlreiche Beispiele als Ansichtskarte, besonders von Sellin und Baabe.

 

Baabe Inselparadies

 

 


 

Karte des Monats Oktober 2016

 

Wittower Fähre

 

Der Verlag Albert Wiese aus Dresden veröffentlichte um 1920 in einer Serie für das Sächsische Kinderheim Wiek die Karte von der Wittower Fähre mit der Nummerierung 42596.

Vor 120 Jahren nahm die Fähre, die zwischen Wittow und dem Rügener Kernland verkehrt, ihren Fährbetrieb auf.

Schon im Mittelalter wurde die schmale Stelle zwischen dem Kernland der Insel und dem nördlichen Teil der Insel Rügen zum Transport von kleinen Waren genutzt.

Erst mit der Eröffnung der 37,9 Kilometer langen Schmalspurbahnstrecke Bergen–Trent–Fährhof–Wiek–Altenkirchen im Dezember 1896 durch die Rügenschen Kleinbahn fand ein ständiger und effektiver Fährverkehr statt.

Ab 1896 wurde die Kettenfähre von den Fährschiffen „Bergen“ und „Wittow“ abgelöst, die dann jeweils drei Güterwagen und bei Bedarf auch eine Lok beförderten. Die beiden Fährschiffe "Wittow" und „Bergen“, die 1896 bzw. 1911 in Stettin gebaut wurden, trajektierten jahrzehntelang Waggons oder eine Dampflokomotive, wobei in der Regel nur Güterwagen übergesetzt wurden. Passagiere, die mit dem Zug anreisten, mussten zum Übersetzen den Zug verlassen. Auf der gegenüberliegenden Seite konnten die Passagiere dann wieder in einem anderen Zug Platz nehmen. Erst in den Jahren zwischen 1937-1942 kam ein vierachsiger, dieselhydraulischer Triebwagen zum Einsatz, der seiner Fahrgäste über den Rassower Strom trajektierte.

Hauptsächlich wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse, Baustoffe und Kreide  mit der Fähre transportiert. Somit ersparte man sich große Umwege über die einzige Zufahrt auf dem Landweg - die „Schmale Heide“ bei Prora.

Ende der 1960er Jahre erfolgte die Stilllegung der meisten Streckenabschnitte, so auch 1968 die Strecke von Wittower Fähre über Fährhof nach Altenkirchen und im Januar 1970 wurde der Streckenabschnitt Bergen–Wittower Fähre stillgelegt. Die einzigen Kleinbahnfähren Mitteleuropas und die Anlagen wurden daraufhin an die" Weiße Flotte" übertragen. Die verbleibenden Fähren transportierten von nun an nur noch Fußgänger und Autos.

Auf der ca. 350 Meter breiten Meerenge zwischen dem Breetzer Bodden und Rassower Strom verkehren in der Saison zwei Fährschiffe im Pendelverkehr. Die Fährlinie verbindet den Ort Fährhof mit dem Fähranleger am südlichen Ufer bei Vaschvitz.
Die Fähren sind für Fußgänger, Radfahrer und Fahrzeuge  mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 30 Tonnen ausgelegt. Eine Überfahrt dauert heute ca. 10 Minuten und es werden jährlich rund 270. 000 Personen mit der von der Reederei Weiße Flotte betriebenen Fähre befördert.  Vor allem Urlauber, aber auch viele Berufspendler und Dienstleister wissen die Schiffsquerung an dieser Stelle zu schätzen.

 

Ein Stück Eisenbahngeschichte ist per Ansichtskarte damit der Nachwelt erhalten geblieben.

 

Wittower Fähre

 

 

Karte des Monats September 2016

 

Vitt bei Arkona a. Rg

 

Die Ansichtskarte "Vitt b. Arkona a. Rg." aus dem Verlag Otto E. Thämlitz Wiek a.Rügen Photo-Atelier und Ansichtskartenverlag mit der Nummerierung n63, leider ungelaufen und ohne Datumsangabe aus der Sammlung Günther Hunger, soll hier näher vorgestellt werden. Bei der Perspektive zur Kapelle und deren Nähe stellt sich allerdings die Frage, ob hier nicht etwas mit der künstlerischen Freiheit nachgeholfen wurde.

Vitt  ist wohl der romantischste Ort Rügens.

Von Vitt existiert keine Gründungsurkunde, weshalb eine genaue Altersangabe des Dorfes schwierig ist. Jedoch ist schriftlich festgehalten, dass Vitt bereits im 10. Jahrhundert existiert haben muss.

Die erste urkundliche Erwähnung von Vitt ist mit dem 25. Mai 1290 belegt, als der Rüganer Fürst Witzlaw II. dem Ort das Recht und die Freiheit des Fischfangs einräumte. Der Name Vitt ist abgeleitet von Vitten oder Vitas für Heringsfang, Stapel-und Handelsplatz.

Obwohl das genaue Alter des Dorfes  nicht bekannt ist,  in seiner ursprünglichen Form mit den 13 reetgedeckten Häusern und dem Hafen mit der Fischräucherei ist  es bis heute erhalten geblieben und steht unter Denkmalschutz. Von dem kleinen Hafen aus hat man den schönsten Blick auf die Kreideküste des Kap Arkona.
Die achteckige weiße Kapelle von Vitt am Rande des Hochufers befindet sich oberhalb des gleichnamigen Fischerdorfes. Auf Anregung des Pastors und Dichters Ludwig Gotthard  Kosegarten begann man 1806 nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel eine Kapelle zu errichten. Kosegarten war als Dichter damals so bekannt, dass sich sogar der König von Sachsen, der Herzog von Sachsen-Weimar, die Stadt Stralsund und die Universität Greifswald an den Baukosten beteiligten. Diese 1816 fertig gestellte Kirche besaß einst ein Holzschindeldach und ist heute mit einem Schilfdach gedeckt. Das Innere der lichtdurchfluteten Uferkapelle ist sehr schlicht gehalten. Ein Kanzelaltar, ein gusseisernes Kruzifix und eine Kopie des Gemäldes "Petrus auf dem Meer" von Philipp Otto Runge schmücken die kleine Kapelle. Über der Eingangstür ist das 1990 entstandene  Wandgemälde „Menschen im Sturm“ von Gabriele Mucci zu sehen.

 

Vitt bei Arkona

 

 

Karte des Monats August 2016

 

Eine Kur im Ostseebad Sellin a/Rg.

 

 

Mit einer Kurbeschreibung der besonderen Art im Ostseebad Sellin präsentieren wir mit der Karte des Monats die Trauminsel Rügen im August 2016.

Diese Karte um 1910 kommt aus dem Verlag Glückstadt & Münden in Hamburg und gibt auf humorvolle Weise mehr oder weniger ernst gemeinte Ratschläge für den Kurgast.

„Humor ist, wenn man trotzdem lacht.“ meinte schon Otto Julius Bierbaum.

Die Insel Rügen mit ihrem rauen und gesunden Seeklima eignet sich hervorragend für eine Badekur.

Die Geschichte der Kur bzw. einzelner Kuranwendungen lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden nach englischem Vorbild auch an der Ostseeküste erste Seebäder ausgewiesen. Der deutsche und europäische Adel verbrachte hier bei ausgedehnten Bäderkuren seine "Sommerfrische".

Im Jahre 1295 wurde Sellin erstmals als „Zelinische beke“ urkundlich erwähnt.

Die ersten Badereisenden wurden 1866 in Sellin begrüßt.Den Startschuss zur Entwicklung zum Seebad gab 1887 der Bau des Lübky's Hotels und1894 die Eröffnung des Warmbades am Nordstrand, hier konnten die Gäste in Badewannen baden, die mit Meerwasser gefüllt waren . Die Seebrücke, das Wahrzeichen von Sellin, wurde im Jahr 1906 feierlich eröffnet. Die Blütezeit als „Perle der Insel Rügen“ begann aber erst mit der Anlage der Wilhelmstraße, einer breiten Allee, die als Promenade zum Außenstrand führt. Infolgedessen entstanden bis 1912 prachtvolle Villen im Stil der Bäderarchitektur, die die Besucher und Einwohner noch heute bestaunen können.

Heute ist die Kurklinik Sellin u.a. ideal geeignet für Mutter/Vater-Kind-Kuren, aber auch für alle Arten von Herz- und Kreislauferkrankungen. Krankheiten der Atmungsorgane werden in dem gesunden Ostseeklima ebenfalls erfolgreich behandelt und die Anwendung der Rügener Heilkreide ist sehr beliebt. Dieses besonders feine Material ist hautreinigend, wärmt den Körper und entschlackt.

Mit einer Festwoche im Juli 2016 erinnerte das Ostseebad Sellin an das Jubiläum - 150 Jahre Badeleben in Sellin.

Eine Kur im Ostseebad Sellin

 

 

Karte des Monats Juli 2016

 

Feriengrüße von schreibfaulen Leuten

 

 

Schreibt eigentlich jeder Mensch gern Karten? Wenn ja, würde es keine Karten für Schreibfaule von der Insel Rügen geben.

Die Schreibfaulheit beginnt bei der Vorgabe des Textes auf der Bildseite und findet sich auch auf der Adress-Seite.

„Gruß aus ...“, „Bin angekommen“, „Drahtgrüße aus ...“ im Telegrammstil, „Kurznachrichten aus ...“ „Herzlichen Glückwunsch ...“, „Frohes Fest“ oder „Feriengrüße von schreibfaulen Leuten“ sind nur einige Beispiele.

 

„Die Schreibfaulheit ist süß

und diese Gegend hier, ein Paradies.

Drum nimm vorlieb mit dieser Zeile

und sei gegrüßt in aller Eile.“

 

so steht es gleich auf dieser Karte aus dem Verlag Graphokopie H. Sander Berlin mit der  Best. Nr. 841  T208/56 aus der Sammlung von Günther Hunger in Oschatz, die 1957 per Post von der Insel Rügen auf die Reise ging.

Aus der Geschichte ist ja bekannt, dass die Post- und Ansichtskarte für kurze Nachrichten bestimmt war. Um 1900 war sie aber auch für viele Leute eine große Hilfe, da deren Rechtschreibung und  Ausdruck nicht immer für eine gute Schulnote reichte. Auch heute möchte niemand Rechtschreibfehler in die weite Welt schicken.

Mit den Karten für Schreibfaule gewinnt der Schreiber  auch etwas mehr Urlaubszeit, doch ob der Empfänger darüber erfreut sein wird oder es mit Humor trägt, bleibt unbeantwortet.

Letztlich erfährt der Empfänger alles, Ankunft, Ort, Unterbringung, Wetter, Essen, Durst, Wohlbefinden  und bekommt auch noch Tausend Grüße von …

"Feriengrüße von schreibfaulen Leuten" als eine der Kartenformen, haben sehr viele Verlage von damals bis heute von den Orten der Insel Rügen heraus gebracht und diese erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit.

Bitte schreiben auch Sie mal wieder eine Ansichtskarte an Freunde und Bekannte. Es wäre so ganz nebenbei auch ein Beitrag zur Rettung der Handschrift, egal ob es "Feriengrüße von schreibfaulen Leuten"  sind oder ganz viele liebe Zeilen von der Trauminsel Rügen werden.

Auch im Jahr 2016 halten die Ansichtskartenverlage eine Vielzahl von Ansichtskarten für "schreibfreudige und schreibfaule“ Leute bereit.

Übrigens freut sich auch das Post- und Ansichtskarten-Museum Rügen über ganz viel Post.

Die Anschrift lautet:

 Post- und Ansichtskarten-Museum Rügen, z.Hd. Günther Hunger, A. d. Steinkreuzen 6 in 04758 Oschatz

 

Feriengrüße von schreibfaulen Leuten 1957

 

 

 

Karte des Monats Juni 2016

 

Altefähr a. Rg. Bahnhof

 

Der Bahnhof Altefähr auf Rügen ist hier auf einer Reprintausgabe aus dem Ansichtskarten-Archiv "Historische Ansichtskarten" von Joachim Fischer aus Berlin zu sehen.

Von Stralsund aus ist dieser Bahnhof die erste Station auf der Insel Rügen. Bis 1967 zweigte hier eine Strecke der Rügenschen Kleinbahn nach Putbus ab.

Der ursprüngliche Fährbahnhof, der damals noch den Namen Altefähre trug, befand sich nordöstlich des hier abgebildeten Bahnhofs. Am 1. Juli 1883 ging dieser mit der Eröffnung der Bahnstrecke nach Sassnitz in Betrieb. Es gab zunächst zwei Fährbecken und Verlademöglichkeiten für den Personen- und Güterverkehr. Insgesamt verfügte die Betriebsstelle über drei Gleise, einen Bahnsteig, ein Empfangsgebäudes und ein weiteres Gebäude.

1896 wurde der Schmalspurbahnhof eröffnet, der sich weiter östlich neben dem Normalspurbahnhof befand. Der Stilllegung der Schmalspurstrecke nach Putbus im Jahr 1967  folgte anschließend der Rückbau. Nur das Empfangsgebäude blieb erhalten.

Nach der Fertigstellung des Rügendamms 1936 wurde der Bahn-Fährverkehr per Trajektschiff eingestellt.

Die Elektrifizierung der Strecke der Normalspur nach Sassnitz begann im Jahr 1989.

Nach der Wende nahm der Fährverkehr in Sassnitz und Mukran deutlich ab, sodass die Gleise 3, 4 und 5 im Bahnhof Altefähr stillgelegt und ab 2005 teilweise entfernt wurden.

Das alte Bahnhofsgebäude  wurde im April / Mai 2014  abgerissen. Was bleibt, ist diese schöne Ansichtskarte von diesem Bahnhof auf der Insel Rügen. Vielleicht gelingt es, noch weitere Ansichtskarten von diesem Bahnhof zu erhalten und dann natürlich auch hier im Post-und Ansichtskarten-Museum der Insel Rügen zu zeigen.

Altefähr a.Rg. Bahnhof Reprint

 

 

 

Karte des Monats Mai 2016

 

"Rügen- Kollicker Ufer mit Leuchtfeuer"

 

Leuchttürme und Leuchtfeuer gehören zu den Wahrzeichen der Insel Rügen. Der Leuchtturm Kollicker Ufer ist einer der acht aktiven Leuchttürme an der 574 Kilometer langen Küstenline der Inseln Rügen und Hiddensee. Die Karte "Rügen- Kollicker Ufer mit Leuchtfeuer" mit der Nummerierung 22880 aus dem Verlag Hermann Müller Stubbenkammer, gelaufen 1923, zeigt den etwas versteckten  Leuchtturm. Der sechs  Meter dicke Stahlturm mit spitzem Dach wurde 1904 von der Firma Julius Pintsch gebaut und auf einem Kreidefelsvorsprung an einem exponierten Standort aufgestellt. Nach der Probephase ging er am 1. April 1905 in Betrieb.

Der weiß-grüne Leuchtturm mit einem grünen Spitzdach steht 30 Meter über dem Meeresspiegel. Die Höhe des Leuchtfeuers beträgt sieben Meter und hat  nachts eine Reichweite von ca. 10 Seemeilen (19km). Den derzeit noch aktiven Leuchtturm kann man über einen zwei Kilometer langen und beschwerlichen Fußmarsch entlang der steinigen Kreideküste oder über einen Waldweg erreichen.  Alternativ ist er  bei einer Ausfahrt  per Schiff von Sassnitz zur Kreideküste zu sehen. Der ebenfalls 1904 an der Kreideküste errichtete, baugleiche „Ranzower Leuchtturm“ der Firma Pintsch wurde 1999 abgeschaltet und steht  seit Oktober 2004 als Zeugnis des deutschen Seezeichenwesens auf der Ausstellungsfläche unterhalb der Leuchttürme am Kap Arkona.

Die 1843 von Julius Pintsch in Berlin-Fürstenfelde gegründete Firma war eine der bedeutendsten auf dem Gebiet des Beleuchtungswesens.  1869 lieferte dieses Unternehmen 105 Leuchttonnen für den neu eröffneten Suez-Kanal –eine Sensation zu dieser Zeit. Eine weitere bedeutende Referenz  folgte 1919 - mehr als 350 000 Eisenbahnwagen wurden mit „Pintsch Licht“ ausgestattet.

 

Rügen-Kollicker Ufer mit Leuchtfeuer

 

 

 

 

Karte des Monats April 2016

 

"Insel Rügen - Geöffnetes Hühnengrab"

 

 Die Karte Nummer 1473 aus dem Verlag Arthur Schuster Stettin zeigt das Großsteingrab Sassnitz-Waldhalle 2. Hünengrab ist die volkstümliche Bezeichnung im norddeutschen Gebiet für so genannte Großsteingräber oder Megalithanlagen. Diese  bestehen zumeist aus Findlingen, die nach der letzten Eiszeit liegen geblieben sind und zum Bau dieser Grabanlagen genutzt wurden. Die Archäologen datieren die Entstehung in die mittlere Jungsteinzeit zwischen 3500 und 2800 vor Christus. Die heute noch auf der Insel Rügen vorhandene Anzahl von existierenden Großsteingräbern ist nicht genau festzustellen, da viele nur noch in Resten vorhanden sind. Der Naturwissenschaftler und Prähistoriker Friedrich von Hagenow (1797-1865) verzeichnete auf der 1829 von ihm herausgegebenen "Speciale Carte" der Insel Rügen 236 Gräber. Ernst Sprockhoff (Kieler Prähistoriker, 1892-1967) listet in seinem Atlas der Megalithgräber von 1967 für Mecklenburg - Brandenburg - Pommern 45 Anlagen auf. Ewald Schuldt (Prähistoriker, 1914-1987) erwähnt nach umfangreichen Ausgrabungen von 1969 - 1970 54 Großsteingräber auf der Insel, bei denen 15 Großsteingräber intensiv untersucht wurden. Früher, davon zeugt der heute noch gebräuchliche Name Großsteingrab, ging man davon aus, dass diese monolithischen Bauten Begräbnisstätten unserer Ahnen gewesen sind. In unversehrten Steinkammern hat man aber keine kompletten Skelette, sondern wenn, dann nur menschliche Knochen gefunden. Zahlreiche Hügelgräber zeugen noch heute davon und haben der Stubnitz den Beinamen "Rüganischer Totengarten" verpasst gegeben. Innerhalb des Buchenwaldgebietes der Jasmunder Halbinsel, befinden sich insgesamt 218 kleine Hügelgräber, fünf Großsteingräber, drei Burgwälle und ein Opferstein. Neuere Überlegungen gehen deshalb davon aus, dass diese Steinkammern als Beinhäuser, also nur zur Ablage der skelettierten Knochen dienten bzw. für Rituale genutzt wurden. Keines der Monolithbauwerke auf Rügen ist im Ganzen erhalten. Alle sind mehr oder weniger beschädigt, viele ganz und gar verschwunden. Das größte Hügelgrab im Norddeutschen Raum befindet sich auf der Insel Rügen bei Sagard, es ist der Dobberworth.

PS. Zur Erklärung der Schreibweisen bedarf es der Feststellung, dass auf den Karten viele Orthographiefehler bzw. ältere Schreibweisen zu finden sind.

Weitere Großsteingräber auf Rügen und eine genaue Wegbeschreibung zu den einzelnen Gräbern finden Sie unter folgendem Link:

www.grosssteingraeber.de/seiten/deutschland/mecklenburg-vorpommern/insel-ruegen.php

 

 

Insel Rügen Geöffnetes Hühnengrab

 

 

 

Karte des Monats März 2016

 

Gruß aus Binz

 

Die Mondscheinkarte "Gruss aus Binz" von 1898 aus dem Verlag Arthur Schuster Stettin zeigt die Strandpromenade bei Vollmond. Solche Mondscheinkarten waren um 1900 sehr beliebt und  eine Modeerscheinung in der Ansichtskartenwelt von 1896 bis 1908. Diese Art der Karten gab es von fast jeder Stadt und war in der Regel meist eine sogenannte „Gruß aus …“ Karte. Auf diesen Ansichtskarten ist immer ein tolles Vollmondmotiv zu sehen, dargestellt mit einem  dramatisch anmutenden Nachthimmel und einer romantischen Stadtszene in  bläulich bis fast schwarzem Farbton. Oftmals wurde durch Nachbearbeitung einer normalen Karte die Illusion der Nachtaufnahme erzielt. Manche Kartenschreiber mit Witz und Humor versahen den Vollmond  schon mal mit einem süßen lächelnden Gesicht oder gar mit einer riesengroßen Kullerträne, um den Schmerz der Trennung und die große Sehnsucht zu verdeutlichen. Sie können jetzt die Stille der Nacht bei Vollmond auf der Trauminsel Rügen im Museum genießen, dabei träumen und dem Rauschen der Wellen in Gedanken lauschen. Den Text dieser Karte ist „übersetzt“  unter Transkription - "Gruss aus Binz " zu lesen.

Weitere Mondscheinkarten finden Sie u.a. auch unter Lohme und Göhren.

 

Gruss aus Binz 1898

 

 

 

Karte des Monats Februar 2016

 

Göhren Drachenhaus

 

Die Karte von der Julius Simonsen Kunst- und Verlagsanstalt Oldenburg von 1920 zeigt das Drachenhaus in Göhren. Dieser Verlag wurde 1899 gegründet und mit dem Aufblühen des Fremdenverkehrs ab 1900  an der deutschen Ostseeküste als auch an der Nordsee, entwickelte er sich zu einen der führenden Ansichtskartenverlage in Deutschland. 1999 wurde mit einem großen Fest das 100-jährige Jubiläum gefeiert.

Am Nordperd, dem Ostkap der Insel Rügen, hat man eine tolle Aussicht, wo sich auch schon der Dramatiker und Ostseedichter Max Dreyer in seinem rustikalen Drachenhaus niederließ.

Max Dreyer „Der Schriftsteller der Ostsee", ließ sich in Göhren auf Rügen sein Drachenhaus errichten.

Keinem anderen Wolgaster Holzhaus und seiner Umgebung ist ein größeres künstlerisches Denkmal gesetzt worden, wie dem Drachenhaus in Göhren.

Es war ab 1920 die letzte Lebens- und Wirkungsstätte des Dramatikers Max Dreyer

(geb. 25. September 1862 in Rostock und am 27. November 1946 in Göhren verstorben).

Das Drachenhaus in Göhren wurde 1901 vom Schriftsteller Max Dreyer erbaut und ab 1920 lebte er als freier Schriftsteller in dem heute noch existierenden „Drachenhaus“ auf der Höhe des Göhrener Höfts . In späteren Jahren gelangte das Dichterdomizil des damals viel gelesenen Autors, sein „Drachenhaus“ in Göhren auf der  Insel Rügen, zu großer Bekanntheit. In seiner 1894 erschienenen Prosaskizze Hunger widmet sich Dreyer dem Thema des verarmten Poeten.

Max Dreyer wurde Ehrenbürger der Gemeinde Göhren/Rügen.

Bis 1952 wohnte hier der Maler Tom Beyer, dann war es Ferienhaus. Heute befindet sich im „Drachenhaus“ die Werkstatt des Keramikers Peter Beyer, der hier die Drachenhaus-Keramik herstellt.

Göhren Drachenhaus 1920

 

 

 

Karte des Monats Januar 2016

 

Orientierungskarten der Insel Rügen

 

Schon sehr zeitig in der Geschichte der Philokartie gab es Orientierungskarten von der Insel Rügen. Die uns bekanntesten Orientierungskarten stammen aus der DDR-Zeit vom VEB Volkskunstverlag Reichenbach, später umbenannt in  Verlag Bild und Heimat Reichenbach.

 Die ersten Karten dieser Art wurden zwei Jahre nach der Gründung der DDR 1951 von Georg Hülsse aus Ahrenshoop gezeichnet. Die mit  Figuren, Straßen, Eisenbahnlinien und ortstypischen Gebäuden illustrierten Karten waren sehr beliebt und damit auch schnell vergriffen. Bis 1953 wurden nur vier Karten von Rügen, dem Fischland, Hiddensee und  Mönchgut herausgegeben. Alle Karten erschienen natürlich nur mit der Genehmigung des Ministeriums des Innern (MdI 2147 - Karte von 1957).

Die vom Leipziger Maler und Graphiker Alfred Hoppe (1906 in Colditz geboren und 1985 in Leipzig verstorben) gezeichneten Karten waren wesentlich aufwendiger und künstlerisch anspruchsvoller. Mit rund 125 Bildern waren diese Karten der Inseln Rügen, Hiddensee sowie vom Mönchgut am längsten im Einsatz. Diese von Alfred Hoppe gestalteten Orientierungskarten wurden von 1955 bis 1989 in Reichenbach produziert. Dabei gab es immer wieder kleine Veränderungen, Ergänzungen, neue Straßen oder neue Schiffe und auch neue Lokomotiven und auch den Wegfall von Kleinbahnstrecken. Die Karten von 1957 und von 1987  zeigen im Vergleich ganz deutlich diese Veränderungen.

Insgesamt gestaltete Alfred Hoppe 68 illustrierte Urlauberkarten aus der ganzen DDR mit sehr hohen Auflagen. Heute sind diese Karten begehrte Sammelobjekte und Alfred Hoppe gilt als der  Erfinder der in dieser Form auf Postkarten gedruckten handgezeichneten illustrierten Landkarten von Urlaubsgebieten in der DDR.

Aus der DDR-Produktion sind bis jetzt über 300 solcher  Orientierungskarten aus allen Teilen des "Arbeiter- und Bauernstaates" bekannt, von denen einige erst im letzten Jahr der DDR realisiert worden waren.

 

Rügen 1957 Rügen 1987

                                       1957                                                               1987

                                                                                                          

 

 

 

2015

 

 

Karte des Monats Dezember 2015

 

 

Die Pfarrkirche „St. Katharina“ zu Middelhagen

 

Die St.-Katharinen-Kirche ist ein aus dem Jahr 1455 stammendes Kirchengebäude, welches hier auf einer Karte vom Verlag Stengel & Co. GmbH Dresden mit der Nummerierung 57846 aus dem Jahr 1924 abgebildet ist.

Die ziegelgedeckte Hallenkirche mit Chor und hölzernem Kirchturm wurde aus Feld- und Backsteinen errichtet. Besonders erwähnenswert ist der um 1480 erbaute mittelalterliche Katharinenaltar, der vermutlich nach dem 30-jährigen Krieg von der Hansestadt Stralsund nach Middelhagen gelangte. Seinerzeit war das Mönchgut ein Pfandlehen von Stralsund. Der Dachreiter, der große Treppenturm und das Gewölbe des Kirchenschiffs, sowie die Bänke, die Kanzel und der gut erhaltene Opferstock entstanden um 1610. Das Votivschiff „Perth“ von 1842 neben dem Altar bauten und stifteten acht Rüganer Lotsen aus Göhren. Die Grüneberg-Orgel in der Kirche stammt aus dem Jahr 1862 und wurde von Hoforgelbauer Barnim Grüneberg aus Stettin erbaut.

Die Kunstanstalt Stengel & Co. GmbH in Dresden produzierte sowohl im Lichtdruck- wie im Offsetdruck-Verfahren und gehörte zu den größten deutschen Herstellern und Exporteuren von Ansichtskarten. Das Unternehmen produzierte bereits 1888 rund 6.000 Karten täglich.Die Buchdruckerei Stengel & Co. bestand bis 1944 und wurde schon während der ersten Luftangriffe auf Dresden im Zweiten Weltkrieg zerstört.

 

St.Kattharinen-Kirche Middelhagen 1924

 

 

 

 

 

Karte des Monats November 2015

 

 

Schloss Putbus

 

Die Geschichte des Baus reicht bis in die slawische Zeit zurück. Seit dem 12. Jahrhundert bis ins Jahr 1944 war Putbus im Besitz der Familie von Putbus, einer der führenden alten Adelsfamilien. Das sogenannte "Steinerne Haus" wird als deren Wohnsitz bereits 1371 mehrfach in Urkunden erwähnt. Die urkundliche Bezeichnung des Bauwerkes änderte sich 1416 – aus „Haus“ wurde „Schloss“.

Die Burganlage aus dem 14. Jahrhundert wurde im 15. Jahrhundert gotisch erweitert und Anfang des 17. Jahrhunderts entstand eine dreiflügelige Schlossanlage. Diese wurde 1725 fast vollständig erneuert und erhalten blieben der gotische Flügel sowie der Renaissancebau. Von 1808 bis 1823 ließ Wilhelm Malte I. Fürst zu Putbus den Ort Putbus als klassizistische Residenzstadt ausbauen und es entstanden  49 Gebäude  im neuen Baustil. In diesem Zuge fanden ab 1827 umfangreiche bauliche Veränderungen nach Entwürfen des Berliner Architekten J. G. Steinmeyer am Schloss statt. Ein weiterer Umbau erfolgte nach Plänen des Architekten J.Pavelt ab 1872 im Stil des Neoklassizismus, denn nach einem Brand im Jahre 1865 war das Schloss stark beschädigt.

Der in der Mitte angeordnete Binnenhof wurde abgebrochen und ein Saal errichtet, dem sich eine rückwärtig zum Schwanenteich sechsfach gestaffelte Terrassenanlage anschloss. Dabei ging auch der letzte Rest des mittelalterlichen „Steinhauses“ verloren.

Das Schloss Putbus war der ehemals herrschaftliche Sitz der Fürsten von Putbus in der 1810 gegründeten gleichnamigen Stadt Putbus auf der Insel Rügen.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgte die Plünderung und da keine Nutzung vorgesehen wurde, begann Materialabtrag und der Verfall war nicht mehr aufzuhalten. 1955 versuchte man zaghaft, das Schloss wiederherzustellen, die Maßnahme wurde jedoch nicht vollendet. Der Abbruch des wohl bedeutendsten Profanbaus der Insel Rügen begann 1959.1962 erfolgte die Sprengung des Gebäudes und bis 1964 das Abtragen der bestehenden Reste. Heute sind nur noch der Umriss des Gebäudes in der Grünfläche und die Seeterrasse erkennbar. Im erhalten gebliebenen und gepflegten Park sind die Schlosskirche, die Orangerie, das Mausoleum der Familie von Putbus, der Marstall und das Affenhaus sehenswert. Die hier gezeigte Ansichtskarte stammt aus dem Rügen-Verlag Sassnitz von Zobler & Wilde.

 

Schloß Putbus

 

 

 

 

Karte des Monats Oktober 2015

 

Fähre Moritzdorf

 

Die Ansichtskarte "Moritzdorf b. Baabe /Rügen" aus dem Verlag Graphokopie H. Sander KG Berlin von 1970 zeigt  die wohl kleinste Fähre und kürzeste Fährverbindung Norddeutschlands oder gar Europas, zwischen Moritzdorf und Baabe über die schmale Baaber Bek. Die Tradition der Moritzdorfer Fähre geht  bis auf das Jahr 1891 zurück. Damals wurde erstmals eine Ruderfähre in dem kleinen Ort für die knapp 50 Meter kurze Strecke in Betrieb genommen. In den Sommermonaten wird heute diese Strecke mit dem Ruderboot zwischen den beiden Anlegestellen täglich bis zu einhundert Mal zurückgelegt und erspart den Rüganern, Ausflüglern und den Radlern somit schließlich einen acht Kilometer langen Umweg. Um vom Mönchsgut auf Rügens Kernland und umgekehrt zu gelangen, müssten sie sonst um den ganzen Selliner See . Als um 1891 Menschen und Güter mit einer Ruderfähre über die Baaber Bek gebracht werden mussten, war das Alltag. Heute ist der Fährmann, der Urlauber mit Muskelkraft übersetzt, ein Kuriosum und einmalig auf der Insel Rügen. Mit rund 25 Ruderschlägen vom Fährmann kann er die Personen samt Fahrräder übersetzen. Sicherlich gibt es von dieser kleinen Fähre auch noch ältere Karten, die aber das Museum leider noch nicht besitzt. Vielleicht hat der eine oder andere Sammler ein solches Exemplar.

 

Moritzdorf Fähr 1970

 

 

 

 

Karte des Monats September 2015

 

Sächsisches Kinderheim Wiek auf Rügen

 

Nach den Plänen des Bauhausschülers Waldo Wenzel wurde ab 1920 im sogenannten Floridastil der Bauhauskunst bis 1929 das Kinderkurheim in Wiek errichtet. Bis zum Ende des 1. Weltkrieges befand sich auf dem über 13 Hektar großen Areal  eine Marine-Fliegerstation, bestehend aus Flugzeughallen, Rollbahnen und Wohnunterkünften für die Soldaten und das Personal. Der Versailler Friedensvertrages verlangt die Zerstörung  solcher  militärischen Einrichtungen nach dem Kriegsende. Nur wenige Kilometer von Rügens Nordkap entfernt entstand an der Ostsee  ab 1920 das Sächsische Kinderheim als Kindergenesungsheim mit über 1200 Kinderplätzen am Wieker Bodden. Es wurde am Rande des Ortes an der Straße nach Zürkvitz, auf der Wittower Halbinsel errichtet. Der Chemnitzer Stadtrat Alfred Schatter fand Mitstreiter und eine Städtegemeinschaft von 35 Städten für seine Idee, Kindern  eine Kur in dieser Region mit heilender Luft und Sonne zu ermöglichen.  Alle Gebäude wurden aus Holz erbaut und fügen sich sanft in das Ortsbild und die Landschaft ein. Das Kinderheim, die heutige AOK-Klinik, liegt unmittelbar am Wasser auf einem 13 Hektar großen parkähnlichen Gelände. Die Größe des Gesamtobjektes mit dem Gebäudekomplex und der Aufteilung  des Kinderheimes in Wiek sind noch heute beeindruckend und die vielen  Postkarten vom Kinderheim dokumentieren es. Die Luftaufnahme von der Helff & Stein GmbH Leipzig von 1936  verdeutlicht die Größe  des Heimes, das direkt am Wasser liegt. Für die Ansichtskartenproduktion wurde diese Luftaufnahme durch das Reichsluftfahrtministerium mit der Nummer 31795 freigegeben und im Verlag O. E. Thämlitz Wiek hergestellt.

Vom Kinderheim Wiek gibt es unzählig viele Motive. Für viele Kinder war es bestimmt die erste Ansichtskarte, die sie in ihrem Leben geschrieben haben und  für diese Kinder die erste Begegnung mit der Insel Rügen und damit eine bleibende Erinnerung an ihre Kindheit,  die so anhand der Ansichtskarten wach gehalten wird. Wie viele verschiedene Ansichtskarten werden wohl die Reise nach Sachsen angetreten haben? Wie viele persönliche Erinnerungen verbinden die Kartenschreiber heute mit der „Trauminsel Rügen“?

 

 

Kinderheim Wiek 1936

 

 

Karte des Monats August 2015

 

"Vitt mit Vorgebirge Arkona auf Rügen"

 

Die Karte "Vitt mit Vorgebirge Arkona auf Rügen" von 1910 aus der Julius Simonsen Kunst- und Verlagsanstalt Oldenburg ist eine von vielen Karten, die dieser Verlag  von der Insel Rügen anfertigte und damit für uns ein Grund, diesen Kunstverlag etwas näher zu betrachten.

Im November 1899 übernahm Julius Simonsen  von dem aus Dänemark stammenden Photographenmeister Christensen das Photo-Geschäft am Markt 8 in Oldenburg und führte es nun in eigener Regie.

Mit dem Aufblühen des Fremdenverkehrs nach der Jahrhundertwende an der deutschen Ostseeküste und an der Nordsee, sah Julius Simonsen für sich ein neues Betätigungsfeld, die Herstellung und den Vertrieb von Ansichtskarten mit Motiven aus den sich weiter entwickelnden oder neu entstehenden Bädern. Ansichtskarten aller Art und Motive vom Badeleben und den Sehenswürdigkeiten in den einzelnen Orten, von Flensburg bis Tilsit / Kaliningrad und von Kap Arkona bis Stralsund, wurden im Bromsilberdruck hergestellt. Um seinem Verlag  auch nach außen hin Klang und Namen zu geben, bezeichnete er ihn als „Kunstverlag“. Der Umsatz mit Ansichtskarten stieg ständig und mit ihm auch die Zahl der Mitarbeiter. Filialgeschäfte in Burg auf Fehmarn, Heiligenhafen, Grömitz, Dahme, Kellenhusen, Timmendorfer Strand, Travemünde und in Boltenhagen wurden eingerichtet. Weil das Stammhaus am Markt 8 zu klein wurde, kaufte Julius Simonsen  1908 das Grundstück am Markt 25 hinzu.

Der 1. Weltkrieg bremste den Aufstieg des Verlages wozu auch 1915 seine Einberufung zum Kriegsdienst beitrug. Der Betrieb musste zwangsläufig reduziert werden, wurde aber von seiner Ehefrau Käthe mit einem Angestellten „über Wasser“ gehalten. Nach Kriegsende nahm Julius Simonsen wieder Verbindung mit seinen ehemaligen Absatzgebieten auf und die Nachfrage nach Postkarten stieg wieder ständig. Als cleverer Geschäftsmann dehnte erseinen Tätigkeitsbereich weiter auf Thüringen, den Harz und den Schwarzwald aus.

 Im Jahre 1929 erwarb er das Grundstück Göhler Straße 44 und löste den Betrieb am Markt auf.

1932 übergab der Senior-Chef (1876- 1943) den Kunstverlag an seinen Sohn Hans, der den Betrieb bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges zielstrebig weiterführte. Auch er wurde 1941 zum Kriegsdienst eingezogen.

1945 zurückgekehrt, stand er vor einer kaum zu lösenden Aufgabe. Der Verlust seiner Absatzgebiete in Mecklenburg, Pommern und Ostpreußen war nur schwer auszugleichen. Die verbliebenen Orte an Ost- und Nordsee reichten finanziell  nicht zur Weiterführung des Betriebes aus und so erweiterte er den Betrieb durch eine Buchdruck-Abteilung.

Der Verlag Simonsen konnte finanziell auf dem Sektor der Ansichtskarten nicht mehr mithalten, musste 1957 den Ansichtskarten-Vertrieb ganz einstellen und führte nur noch die Buchdruck-Abteilung und ein Foto-Atelier am Oldenburger Markt weiter. Wie viele Ansichtskarten-Motive produziert wurden, ist unbekannt und ein Gesamtarchiv ist wahrscheinlich nicht vorhanden.

Auf den Ansichtskarten findet man allerdings Zahlen vor, die eine Nummerierung vermuten lassen.

Diese Karte des Monats August "Vitt mit Vorgebirge Arkona auf Rügen"  trägt die Nummer 5517, andere Karten im Museum, z.B. Karten von Binz tragen die Nummern 4908, 14711, 17973. Auch auf den Karten von Sellin  (1519, 16811, 22808) oder von Saßnitz (13145) sowie von Kap Arkona (10169 und 30226) sind Zahlen zu finden, die die o.g. Vermutung nahelegen. Vielleicht gibt es an dieser Stelle einmal eine Auflistung nach Nummern der erschienenen und verlegten Karten aus dem Verlag Simonsen.

Quelle und Informationen: Simonsen-Druck Oldenburg

 

Vitt 1910

 

 

 

 

Karte des Monats Juli 2015   "Göhren Strand mit Familienbad"

 

Im Göhrener Jubiläumsjahr gibt die Ansichtskarte von 1907  "Göhren -  Strand mit Familienbad" aus dem Verlag von Luise Meyer Göhren einen interessanten Einblick in die Badekultur vergangener Tage. Göhren, das ehemalige Fischer- und Lotsendorf, 1165 erstmals urkundlich erwähnt, entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Ferienort, der seit  1878 den Titel „Seebad“ führt. Unmittelbar unter dem Nordperd erstreckte sich die 1907 / 08 erbaute 450 Meter lange Mole. Im Jahr 1909 erfolgte die Fertigstellung der längsten jemals an der deutschen Ostsee errichteten Seebrücke mit 1076 Meter am Südstrand von Göhren. Die Strände mit einer Gesamtlänge von über fünf Kilometern hatten um 1900 ein ganz anderes Aussehen. Aber selbst der Zauber der damaligen Zeit und des ehemaligen Fischerdorfes ist noch heute an vielen Punkten des jetzigen Ostseebades spürbar.

Im Jahr 2015 begeht Göhren das 850-jährige Jubiläum seiner Ersterwähnung in der Chronik des dänischen Geschichtsschreibers Saxo Grammaticus. Anlässlich dieser Feierlichkeiten gibt es in der Zeit vom 16. September bis 20. September 2015 eine Festwoche mit verschiedenen interessanten Veranstaltungen.

 

Göhren 1907

 

 

 

 

 

 

Karte des Monats Mai 2015

 

Trajektschiffe Stralsund - Altefähr

 

Die Karte des Monats Mai 2015 vom Verlag M. Glückstadt & Münden aus Hamburg mit dem Titel "Stralsund - Traject fährt nach Rügen" stammt von 1910 und zeigt eines der vier Trajektschiffe, die ab 1883 im Einsatz waren.

Ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Stadt  Stralsund war die Inbetriebnahme des Eisenbahntrajektverkehrs nach Rügen. Dieser wurde notwendig, weil Rügen immer mehr touristisch erschlossen wurde und weil eine Fährverbindung von Sassnitz nach Schweden gebaut  werden sollte. Im Jahr 1882 begannen die Bauarbeiten dafür. Das erste, von der Schichau-Werft in Elbing erbaute Trajektschiff, die 36 Meter lange „Prinz Heinrich“, traf am 13. November 1882 in Stralsund ein und hat nach umfangreichen Erprobungen mit dem Übersetzen des ersten Zuges am 1. Juli 1883 den regelmäßigen Fährverkehr aufgenommen. Der erste Zug aus Bergen traf feierlich geschmückt in Altefähr ein und wurde durch die "Prinz Heinrich" nach Stralsund überge­setzt. Die Landebrücken in Altefähr standen nördlich () der Stelle, an der heute die Rügenbrücke die Küstenlinie der Insel Rügen erreicht. Der Bahnhof Stralsund-Hafen befand sich in der Nähe des ehemaligen Elektrizitätswerkes. Die Reisenden und die Waggons fuhren vom Hauptbahnhof über die Hafenbahn zum Bahnhof Stralsund-Hafen. In einem Jahr reisten über 90.000 Personen mit der Fähre. Transportiert wurden Kreide, Holz, Kalk und auch die Post für Rügen sowie die Seepost. Mit einer Tragfähigkeit von 60 Tonnen konnte sie drei zweiachsige Güterwagen oder drei zweiachsige Personenzugwagen aufnehmen. Es folgten 1883 das Trajektschiff “Rügen“ und 1890 die „Stralsund“. Die Länge der Fährstrecke betrug 2 600 (oder 2,6 km – siehe weiter unten 2,5 km)Meter und mit einer Geschwindigkeit von acht Knoten ergab sich eine Reisedauer von 11 Minuten. Wegen der komplizierten Wendemanöver beim An- und Ablegen wurden aber tatsächlich etwa 35 Minuten für die Überfahrt benötigt. Die Fahrgäste mussten während der Überfahrt die Waggons  verlassen und konnten unter Deck in den beiden Kajüten Platz nehmen. Im Vorschiff befand sich die einst mit rotem Plüschmobiliar ausgestattete „Cajüte I. und II. Classe", im Achterschiff die im Stil der hölzernen Eisenbahnabteile eingerichtete „Cajüte III. und IV. Classe".

Am 6. Juli 1909 fand die Eröffnung der Königslinie der Trajektverbindung Saßnitz - Trelleborg.

Von 1932 bis 1936 wurde der 2,5 km lange Rügendamm über den Strelasund  gebaut und am 5. Oktober 1936 war die Einweihung  dieser technischen Meisterleistung. Der Rügendamm ist  die erste feste Strelasundquerung, über den sowohl die alte Bundesstraße 96, die Bahnstrecke Stralsund - Sassnitz sowie ein kombinierter Fuß- und Radweg führen. Damit endete nach 53 Jahren der Eisenbahnfährbetrieb Stralsund-Hafen - Altefähr. Für die vier Trajektschiffe begann eine wechselvolle Geschichte mit den unterschiedlichsten Einsätzen und Außerdienststellungen. Seit Juni 1997 ist das Trajektschiff "Stralsund" im  Museumshafen von Wolgast als technisches Denkmal und als das älteste noch existierende Eisenbahnfährschiff der Welt zu besichtigen.

 

 

 

Trajekt fährt nach Rügen

 

 

Weitere Ansichtskarten und Informationen

auf der Seite Stralsund und Schiffe hier im virtuellen Post-und Ansichtskarten-Museum

und unter

www.museum.wolgast.de/einrichtungen/faehre.html

www.klaus-kramer.de/Schiff/faehre/Fatr_top.html

 

 

 

 

 

Karte des Monats April 2015

 

Saßnitz a. Rügen - Kreideschlemmerei

 

Die Ansichtskarte des Monats April 2015 vom Verlag Zobler & Wilde aus dem Rügen-Verlag Saßnitz zeigt die Kreide-Schlemmerei des Ortes. Der Kreideabbau gehört zur Geschichte der Insel und seit den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts ist der Kreideabbau einer der wichtigsten Industriezweige Rügens. Schon seit 1832 wird hier Kreide im Tagebau abgebaut und für die Herstellung von Gips, für die Gesundheits- und Präventivmedizin, aber auch für die Filteranlagen in Kraftwerken verwendet. Die Kreidekur auf Rügen besitzt eine lange Tradition und Sassnitz nannte sich schon in den dreißiger Jahren Kreideheilbad. Aus der Rügenkreide wird keine Schulkreide hergestellt - sie würde an der Tafel zerbröseln und Lehrer und Schüler verzweifeln lassen. 1845 nahm in Sassnitz der erste  Schlämmkreide-Betrieb seine Arbeit auf. Zehn Kreidewerke existierten bereits um 1850 auf der Insel und um 1900 waren es über 20 Betriebe. Im Sassnitzer Hafen wurden bereits 1928 rund 500.000 Tonnen Rohkreide  umgeschlagen.  Der Abbau der Rügener Kreide erfolgt nicht an der wunderschönen Kreideküste, sondern im Landesinneren. Die Kreidewände im Rücken der Altstadtteile von Sassnitz verdanken ihre jetzige Form ebenfalls dem Kreidetagebau. Heute finden sich noch viele Spuren des Kreideabbaues  auf der Insel und das Kreidewerk Rügen in Klementelvitz, westlich von Sassnitz,  ist eines der modernsten und liefert weiterhin die begehrten Rohstoffe aus Rügener Kreide.

 

Saßnitz Kreideschlemmerei

 

 

 

Karte des Monats März 2015

 

Sellin a.Rügen 1901

 

Die Karte des Monats März aus der Sammlung von Günther Hunger zeigt eine historische Ansicht von Sellin, die am 23.August 1901 gelaufen ist. Abgebildet ist eine Flunder mit einem kleinen Bild vom Strand mit den Hallen. Diese Karte stammt aus dem Verlag Reinicke & Rubin Magdeburg. Er war ein überregional tätiger Verlag, der um 1900 mehrere zehntausend fortlaufend nummerierte Ansichtskarten in verschiedenen Drucktechniken vertrieb.Die Karte von Sellin trägt die Nummern 352 und 489.


Ähnliche Motive mit der Flunder gibt es auch  von anderen Orten an der Ostsee z.Bsp. von Swinemünde von 1901 oder von Kolberg mit dem Strandschloss von 1901.